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update: 14.04.2021

Stellungnahme zum geplanten ICE Werk Mimberg/Schwarzenbruck der Deutschen Bahn

Gebiet zwischen Industriegebiet Mittellandholz und dem alten Ludwig-Donau-Main-Kanal bzw. Mimberg und Schleuse 51

Um das ICE Werk an diesem Standort realisieren zu können, würden Wald- und Naturflächen in einem massiven Umfang verloren gehen, den keine Gemeinde in Anbetracht des Klimawandels und der enormen Herausforderungen, die dadurch entstehen, hinnehmen kann.
Mobilität der Zukunft ist natürlich wichtig und die Bahn sollte dabei eine Rolle spielen. Es kann jedoch auf keinen Fall sein, dass hier der Klimaschutz im Rahmen der Mobilitätswende und Naturschutz derart gegeneinander ausgespielt werden.

Im Folgenden nennen wir Punkte, die gegen dieses ICE Werk sprechen:

  • nicht hinnehmbar ist die massive Zerstörung einer mehr als 46 ha plus X großen Waldfläche irgendwo in diesen möglichen 150 ha, die dafür unwiderbringlich verloren gehen würde. In Zeiten des Klimawandels ist es nicht mehr weiter zu akzeptieren, dass ein wertvoller Luft- und Wasserspeicher in diesem Ausmaß zerstört wird. Das Mühlbachtal ist z. B. für Schwarzenbruck eine wichtige Frischluftschneise.
  • In dem Gebiet befindet sich ein Wasserschutzgebiet inkl. der dazugehörigen Brunnen für die Wasserversorgung der Gemeinde Schwarzenbruck.
  • Eine Ersatzaufforstung erreicht erst in mehreren Jahrzehnten diese Schutzfunktion und ist daher nur auf dem Papier ein Ausgleich. Die Versiegelung und Zerschneidung der Flächen nimmt der Gemeinde und damit ihren Bewohner*innen langfristig jede Möglichkeit einer nachhaltigen Gemeindeentwicklung.
  • Wir fordern die Bahn daher eindringlich dazu auf, brachliegende Industrieflächen für ein Werk dieser Art zu suchen und zu nutzen. Heutzutage eine derart massive Rodung alternativlos vorzuschlagen ist mehr als inakzeptabel.
  • Der betroffene Wald ist überwiegend als Bannwald und als europäisches Vogelschutzgebiet (SPA-Gebiet) ausgewiesen. Ein Teil ist auch Landschaftsschutzgebiet.
  • Das Gebiet dient der Naherholung und dem nachhaltigen Tourismus in der Region, z. B. verläuft hier unter anderem der 5-Flüsse-Radweg.
  • Der Alte Kanal ist ein Baudenkmal und dadurch besonders geschützt
  • Im Gebiet befinden sich mittelalterliche, ebenfalls denkmalgeschützte Steinkreuze
  • Ebenfalls besonders schützenwert sind die von Nürnberg hierher ausgesiedelten Zauneidechsen. Dazu ein Bericht aus den Nürnberger Nachrichten vom 21.03.2019
    https://n-land.de/lokales/echsyl-im-faberwald. Sie gehört zu den beson- ders gefährdeten Arten und wurde wegen eines Bauprojektes für die TU Nürnberg extra hierher in diesen Wald umgesiedelt.
  • Vor Ort in Schwarzenbruck direkt befindet sich schon ein Sandabbau- gebiet, bei dem auch größere Waldflächen verloren gehen und gingen.
  • Die B 8 durch Schwarzenbruck ist schon heute mit 24.000 Fahrzeugen pro Tag über der Belastungsgrenze (PkW und LkW). Durch das ICE Werk könnten 450 Arbeitsplätze entstehen - die auch über die B 8 angefahren werden würden. Hinzu käme ein Lieferverkehr während der Bauzeit und Betriebszeit, der die Verkehrssituation auf der B8 zusätzlich mehr als überlasten würde. Durch dieses erhöhte Verkehrsaufkommen ergibt sich ebenfalls eine zusätzliche Luftverschmutzung und Lärmbelastung.
  • Angrenzend an das Gebiet werden die Wohnbebauung, das Altenheim der AWO im Faberschloss, die SANA Klinik und auch die Einrichtungen der Rummelsberger Diakonie belastet.
  • Durch den Betrieb des ICE Werkes käme es zu einer Lärmbelastung des Umfeldes 24 Stunden rund um die Uhr - durch Tests der Signalanlagen, durch die Aggregate der Züge uvm.
  • Der Bannwald ist durch verschiedene Großprojekte in der Metropolregion schon gefährdet bzw. schon zerstört. Der Bannwald ist die grüne Lunge des Ballungsraumes.

    Beispiele für die Zerstörung des Bannwaldes im Großraum Nürnberg
    (die Liste ist nicht vollständig):
    •    Für den Ausbau des Autobahnkreuzes Nürnberg Ost ca. 15 ha
    •    Für die Rodung des Postgeländes über 20 ha
    •    Für das Asphaltmischwerk am Südklinikum Nürnberg
    •    Für die Bebauung im Bereich des August Meier Heimes über 4 ha
    •    Für den Ausbau der A6
    •    Es drohen weitere Eingriffe: Neubau der Juraleitung P53
          Raitersaich - Altdorf quer durch den Reichswald (bis zu 200 ha)
          Sandabbaugebiet bei Altdorf (52 ha)


Sie haben sicherlich einige Argumente vorbereitet, um dieses ICE Werk als Gewinn für die Region zu verkaufen. Keines dieser Argumente wird den Verlust dieser Landschaft aufwiegen, die Nachteile dieses völlig über- dimensionierten und unpassenden Projektes ausgleichen. Wir fordern Sie eindringlich auf, dieses Projekt OHNE Landschaftszerstörung und ohne Belastung für angrenzende Bewohner*innen in einem brachliegenden Industriegebiet zu planen und dann dort umzusetzen.
Hören Sie damit auf, Landschaftszerstörungen als Geschäftsmodell für Ihre Projekte miteinzuplanen. Das ist nicht mehr tragbar und schadet unserer Gesellschaft und unserem Lebensraum.


Schwarzenbruck, 04.05.2021

V.i.S.d.P.:
AGENDA21 Schwarzenbruck
Stefan Peipp, Sprecher AGENDA21 Schwarzenbruck