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update: 11.10.2013

Ausflug in die nahe Zukunft
Informationsfahrt in den Harz

ortsschildWie schafft es die  970 Einwohner „Stadt der Erneuerbaren Energien“ Dardesheim im Landkreis Harz sich selbst und die umliegende Region mit Erneuerbarem Energien Strom zu versorgen?

Mit dieser Frage starteten Mitglieder der AGENDA21 Schwarzenbruck auf ihrer jährlichen Informationsfahrt in den Harz.

Ziel war der Windpark Druiberg neben Dardesheim – wo die AGENDA21 von Herrn Radach empfangen und ausführlich informiert wurde.
Jährlich kommen Gruppen aus ganz Deutschland und aller Welt – Japan, Afrika, Indien usw. - um sich das Gesamtkonzept des Energieparks Druiberg erklären zu lassen. Auch die Mitglieder der AGENDA21 waren beeindruckt davon, was diese relativ kleine Gemeinde im Harz auf die Beine gestellt hat.

zero emissionbesichtigung

Zum Energiepark Druiberg gehören mittlerweile Photovoltaikanlagen, 31 Windkraftanlagen mit einem Jahresertrag von 120-130 Millionen Kilowattstunden im Jahr, eine Rapsöltankstelle und Elektro-Dienstwagen.
Die Stadt Dardesheim und damit auch ihre Bürger profitieren nicht nur über die Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Die Windpark Druiberg GmbH gibt über einen Förderverein zusätzlich 1 % des jährlichen Ertrags aus allen Wind- und Solarstromanlagen an den Ort und an die Vereine, was pro Jahr rund 80.000,- € ausmacht. Vereine und Gemeinde können davon Zuschüsse beantragen – z. B. zur Ortsgestaltung, für den Kindergarten, Anschaffungen der Vereine und vieles mehr.

druibergDie ersten Planungen zum Energiepark gab es bereits 1996. Erste Windräder wurden geplant und gebaut – und aus einer Idee wurde ein Erfolgskonzept.
Von Anfang an war es selbstverständlich für die regionalen Projektierer, die Bürger umfassend zu informieren, sie in die Planungen ehrlich mit ein zu beziehen und mitreden zu lassen. So konnten 130 Grundstückseigentümer erfolgreich mit eingebunden werden. Auch sehr geachtet wurde darauf, dass Natur, Kultur und Erneuerbare Energien immer im Einklang bleiben.

Das Geld für die Erneuerbaren Energien-Anlagen kommt ausschließlich aus der Region über die Bürger, die Druiberg GmbH und die heimischen Banken.
Durch eine sehr engagierte Öffentlichkeitsarbeit sind die Bürgerinnen und Bürger immer ausreichend informiert:
o    die Windräder können besichtigt werden
o    es gibt eine Kooperation mit der Schule vor Ort
o    alle zwei Monate erscheint  das „Dardesheimer Windblatt“, in dem sich
      auch die örtlichen Vereine präsentieren können
o    im Mai gibt es ein „Erneuerbare Energien“- Rockkonzert
und einiges mehr.
Einmal im Jahr wird außerdem ein Umweltschutzpreis verliehen, der an Projekte zur Nutzung und Förderung Erneuerbarer Energien geht. Bewerben können sich dazu Bürger, Vereine und so weiter - jeder, der in dieser Sache engagiert ist und hier etwas voranbringt.

Besonders hervorzuheben ist auch noch, dass für  80 % der Gesamt-investitionssumme die Auftragsvergabe an heimische Betriebe in maximal 80 Kilometer Umkreis erfolgt. So können Arbeitsplätze gesichert und auch neu geschaffen werden.

infotafel

Ein sehr interessantes Projekt zur Thematik „Virtuelles Kraftwerk“, das über sechs Jahre gemeinsam mit dem Bundesministerium Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit durchgeführt wurde, um Erzeuger verschiedener Arten erneuerbarer Energien, steuerbare Verbrauchsgeräte und Energiespeicher in der Region miteinander zu verknüpfen, lief leider nicht weiter. Und das, obwohl es sehr erfolgreich funktioniert hat, und die Ergebnisse auf andere Regionen – z. B. auch bei uns – übertragbar gewesen wären.
Politisch nicht weiter unterstützt verschwanden die Ergebnisse leider ungenutzt in der Schublade.

Der Ort und die Region haben durch den Energiepark Druiberg sehr profitiert – ein lebendiges Beispiel dafür, was möglich ist und wäre um eine dezentrale Versorgung mit erneuerbaren Energien möglich zu machen.
Die jährliche Einsparung von Kohlendioxid von 123.500 Tonnen ist für den Umwelt- und Klimaschutz ein tolles Ergebnis.

windparkEs bleibt zu hoffen, dass es auch in Zukunft möglich ist, weitere Orte und Regionen auf Erneuerbare Energien umzustellen und die Politik die Energiewende ernst nimmt und nicht weiter ausbremst.
Es bestätigte sich  auch, dass eine Versorgung mit Erneuerbaren Energien zu einem bezahlbaren Preis möglich ist – wenn endlich die Preissenkungen, die durch die Erneuerbaren Energien an der Strombörse entstehen – an die Endkunden weitergegeben werden.
Leider ist dies - obwohl die Thematik bekannt ist - momentan durch fehlende politische Weichenstellungen noch nicht umgesetzt.

Damit dies gelingt, müssen die Bürger, Landkreise und Kommunen dranbleiben, um die „Bürgerenergiewende“ erfolgreich weiter voranzubringen.

Weitere Informationen unter: www.energiepark-druiberg.de


Tanja Holl