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update: 06.04.2021

Frühlingszeit - Pflanzzeit

Die drei schmucken Hochbeete im Garten unserer Nachbarsfamilie stießen bei mir und anderen Vorbeikommenden auf großes Interesse.

Hochbeete

Der Anbau von Gemüse im eigenen Garten wurde seit dem ersten Corona-Lockdown im Frühjahr 2020 zum Trend und ließ viele kreativ werden. Aber auch unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten spricht einiges für ein eigenes Gartenprojekt.

Das veranlasste mich mit meinen Nachbarn ein Interview zum Bau seiner drei Hochbeete und seinen Gemüsebauvorhaben zu führen:

Warum hast Du diese drei Hochbeete in Deinem Garten gebaut?

Ich wollte schon immer gerne eigenes Gemüse anbauen. Bereits in unserer früheren Wohnung auf dem Balkon bauten wir Gemüse in Kisten an und wollen das jetzt natürlich mit viel mehr Platz im eigenen Garten ausbauen.
Ein weiterer Gedanke war uns damit teilweise selbst zu versorgen. Wir sehen das als Ergänzung zu unserem Ernteanteilen als Mitglieder der SoLaWi, das heißt Solidarische Landwirtschaft (http://www.stadt-land-beides.de).
 
Von dort erhalten wir biologisches, regionales, saisonales und unverpacktes Gemüse und Obst, das wir uns einmal wöchentlich in Altenfurt an einer Ausgabestelle abholen.

Als Solawi-Mitglieder können wir die produzierenden Bauernhöfe besuchen und bei einigen Höfen bei Hofaktionen sogar selbst mithelfen.
Dies fördert den direkten Bezug zum Gemüse auf dem Teller, unterstützt den regionalen Absatz von Lebensmitteln und man behält den Überblick, welches Gemüse gerade Erntezeit hat. Die Ernteanteile der SoLaWi enthalten z.B. Kartoffeln, Zwiebeln und Wurzelgemüse.

Zurück zu Dir und den drei Hochbeeten. Was möchtest Du dort anbauen?

Zum Beispiel habe ich früher schon regelmäßig Chilli und Paprika ausprobiert auf dem Balkon.
In den Hochbeeten möchte ich Gemüsesorten wie Zucchini, Tomaten, Paprika sowie Erbsen und auch die holländische Gemüseart „Bladmoes“ (engl. Turnip-tops) deutsch: Rübstiel anbauen. Dieser schmeckt sehr lecker z.B. in Eintöpfen zusammen mit Kartoffeln und das Tolle an Rübstiel ist, dass hier sowohl die Rüben als auch die Blätter gegessen werden können. Auch will ich als Herbst- und Wintergemüse Grünkohl anbauen und dann natürlich Endiviensalat.
Kurz zusammengefasst:  Salate, Tomaten, Chillis, Zucchinis, Paprikas und natürlich auch Kürbisse und Porree sollen dieses Jahr in den Hochbeeten angebaut werden.

Jetzt interessiert mich natürlich, wo es denn diese tollen Hochbeete zu kaufen gibt?

Leider muss ich Dich hier enttäuschen. Die Hochbeete sind in dieser Form nicht käuflich.
Ich habe das Holz dafür bei einer Transportfirma im Gewerbegebiet abgeholt. Es wurde vorher in LKW als Transportholz zur Ladesicherung eingesetzt und war kostengünstig erhältlich.
Aus den Hölzern sägte ich an den Ecken kleine Teile aus und steckte dann die Beete mit Steckverbindungen (ähnlich Blockhausbauweise) einfach zusammen. Nägel oder Klebstoffe brauchte ich somit nicht. Also ganz einfach.
Von unten schützte ich die Beete mit kleinen Gitterplatten vor Wühlmäusen bzw. anderen Nagetieren und kleidete sie innen mit spezieller Plastiknoppenfolie für Hochbeete aus. Diese schützt das Holz und puffert außerdem den Inhalt bei Kälteeinbrüchen ab. Das Holz behandelte ich übrigens mit einem Mittel gegen Fäulnis und die Beete stehen auf flachen Steinen, damit das Holz nicht direkt mit dem Boden in Kontakt kommt.

In der unteren Hälfte der Beete befinden sich Gartenabfälle, wie Laub, Rasenschnitt, kleingeschnittene Christbäume sowie Äste vom Heckenschnitt im Herbst.  Die Hochbeete wurden anschließend mit Kompost und Küchenabfällen befüllt. Wichtig ist hier, dass sich der Kompost noch im Verrottungsprozess befindet, damit dabei Wärme von unten produziert wird und die Pflanzen beim Wachstum unterstützt werden.
Als oberste Schicht füllte ich dann in einer Höhe von ca. 20-30 cm frische Komposterde ein.

In den nächsten Tagen erhalte ich noch Komposterde für das Letzte der drei Beete. Die anderen beiden Frühbeete sind ja bereits besät.

Hast Du schon eine Pflanzfolge für die Beete geplant?

Jetzt, Anfang März, bin ich bei zwei von den drei Hochbeeten mit der Aussaat von Spinat, Roten Beeten, Bohnen (Zuckerschoten) und Radieschen eingestiegen und Rübstiel habe ich natürlich angesät.  Auch Tomaten, Paprikas und Salaten, Frühlingszwiebeln und Fenchel sind bereits in den beiden Frühbeeten ausgesät.
Das Ergebnis bleibt jedoch abzuwarten, da es in den letzten Nächten Temperaturen um die minus 6 Grad gab.
Aber: Für alle Fälle befinden sich noch einige Tomaten- und Paprikazöglinge drinnen im warmen Kellerraum.

Wie hast Du die Konstruktion mit der Folie über den beiden Frühbeeten gemacht?

Jedes der drei Hochbeete hat eine Anbaufläche von zwei Quadratmetern. Ich habe in die Erde an den vier Ecken der Hochbeete schmale Eisenrohre hochkant hineingeschlagen und auch jeweils an den Längsseiten in der Mitte.
Auf die Enden steckte ich dann gebogene PVC-Rohre, die ich dann oben mit einer Querstange verband. Abgedeckt werden sie mit handelsüblicher Frühbeetfolie.

Die Besonderheit am ersten Hochbeet ist das innenliegende Igelhaus, das durch eine Vorkammer vor Katzen gut geschützt ist.

Nun bin ich schon sehr gespannt, wie sich die Pflanzen entwickeln werden. In einem der kommenden Mitteilungsblätter werden wir Ihnen noch ein paar Fotos davon zeigen, wie sich alles entwickelt hat. 

Katja Hacker