Frühlingszeit - Pflanzzeit
Die drei schmucken Hochbeete
im Garten unserer Nachbarsfamilie stießen bei mir und anderen
Vorbeikommenden auf großes Interesse.

Der Anbau von Gemüse im
eigenen Garten wurde seit dem ersten Corona-Lockdown im Frühjahr 2020
zum Trend und ließ viele kreativ werden. Aber auch unter
Nachhaltigkeitsgesichtspunkten spricht einiges für ein eigenes
Gartenprojekt.
Das veranlasste mich mit meinen Nachbarn ein Interview zum Bau seiner
drei Hochbeete und seinen Gemüsebauvorhaben zu führen:
Warum hast Du diese drei
Hochbeete in Deinem Garten gebaut?
Ich wollte schon immer
gerne eigenes Gemüse anbauen. Bereits in unserer
früheren Wohnung auf dem Balkon bauten wir Gemüse in Kisten an und
wollen das jetzt natürlich mit viel mehr Platz im eigenen Garten
ausbauen.
Ein weiterer Gedanke war
uns damit teilweise selbst zu versorgen. Wir
sehen das als Ergänzung zu unserem Ernteanteilen als Mitglieder der
SoLaWi, das heißt Solidarische
Landwirtschaft
(http://www.stadt-land-beides.de).
Von dort erhalten wir
biologisches, regionales, saisonales und
unverpacktes Gemüse und Obst, das wir uns einmal wöchentlich in
Altenfurt an einer Ausgabestelle abholen.
Als Solawi-Mitglieder
können wir die produzierenden Bauernhöfe besuchen
und bei einigen Höfen bei Hofaktionen sogar selbst mithelfen.
Dies fördert den
direkten Bezug zum Gemüse auf dem Teller, unterstützt
den regionalen Absatz von Lebensmitteln und man behält den Überblick,
welches Gemüse gerade Erntezeit hat. Die Ernteanteile der SoLaWi
enthalten z.B. Kartoffeln, Zwiebeln und Wurzelgemüse.
Zurück zu Dir und den
drei Hochbeeten. Was möchtest Du dort anbauen?
Zum Beispiel habe ich
früher schon regelmäßig Chilli und Paprika
ausprobiert auf dem Balkon.
In den Hochbeeten möchte
ich Gemüsesorten wie Zucchini, Tomaten,
Paprika sowie Erbsen und auch die holländische Gemüseart „Bladmoes“
(engl. Turnip-tops) deutsch: Rübstiel anbauen. Dieser schmeckt sehr
lecker z.B. in Eintöpfen zusammen mit Kartoffeln und das Tolle an
Rübstiel ist, dass hier sowohl die Rüben als auch die Blätter gegessen
werden können. Auch will ich als Herbst- und Wintergemüse Grünkohl
anbauen und dann natürlich Endiviensalat.
Kurz
zusammengefasst: Salate, Tomaten, Chillis, Zucchinis,
Paprikas und natürlich auch Kürbisse und Porree sollen dieses Jahr in
den Hochbeeten angebaut werden.
Jetzt interessiert mich
natürlich, wo es denn diese tollen Hochbeete zu
kaufen gibt?
Leider muss ich Dich
hier enttäuschen. Die Hochbeete sind in dieser
Form nicht käuflich.
Ich habe das Holz dafür
bei einer Transportfirma im Gewerbegebiet
abgeholt. Es wurde vorher in LKW als Transportholz zur Ladesicherung
eingesetzt und war kostengünstig erhältlich.
Aus den Hölzern sägte
ich an den Ecken kleine Teile aus und steckte
dann die Beete mit Steckverbindungen (ähnlich Blockhausbauweise)
einfach zusammen. Nägel oder Klebstoffe brauchte ich somit nicht. Also
ganz einfach.
Von unten schützte ich
die Beete mit kleinen Gitterplatten vor
Wühlmäusen bzw. anderen Nagetieren und kleidete sie innen mit
spezieller Plastiknoppenfolie für Hochbeete aus. Diese schützt das Holz
und puffert außerdem den Inhalt bei
Kälteeinbrüchen ab. Das Holz behandelte ich übrigens mit einem Mittel
gegen Fäulnis und die
Beete stehen auf flachen Steinen, damit das Holz nicht direkt mit dem
Boden in Kontakt kommt.
In der unteren Hälfte
der Beete befinden sich Gartenabfälle, wie Laub,
Rasenschnitt, kleingeschnittene Christbäume sowie Äste vom
Heckenschnitt im Herbst. Die Hochbeete wurden anschließend
mit Kompost und Küchenabfällen
befüllt. Wichtig ist hier, dass sich der Kompost noch im
Verrottungsprozess befindet, damit dabei Wärme von unten produziert
wird und die Pflanzen beim Wachstum unterstützt werden.
Als oberste Schicht
füllte ich dann in einer Höhe von ca. 20-30 cm
frische Komposterde ein.
In den nächsten Tagen
erhalte ich noch Komposterde für das Letzte der
drei Beete. Die anderen beiden Frühbeete sind ja bereits besät.
Hast Du schon eine
Pflanzfolge für die Beete geplant?
Jetzt, Anfang März, bin
ich bei zwei von den drei Hochbeeten mit der
Aussaat von Spinat, Roten Beeten, Bohnen (Zuckerschoten) und Radieschen
eingestiegen und Rübstiel habe ich natürlich angesät. Auch
Tomaten, Paprikas und Salaten, Frühlingszwiebeln und Fenchel sind
bereits in den beiden Frühbeeten ausgesät.
Das Ergebnis bleibt
jedoch abzuwarten, da es in den letzten Nächten
Temperaturen um die minus 6 Grad gab.
Aber: Für alle Fälle
befinden sich noch einige Tomaten- und
Paprikazöglinge drinnen im warmen Kellerraum.
Wie hast Du die
Konstruktion mit der Folie über den beiden Frühbeeten
gemacht?
Jedes der drei Hochbeete
hat eine Anbaufläche von zwei Quadratmetern.
Ich habe in die Erde an den vier Ecken der Hochbeete schmale Eisenrohre
hochkant hineingeschlagen und auch jeweils an den Längsseiten in der
Mitte.
Auf die Enden steckte
ich dann gebogene PVC-Rohre, die ich dann oben
mit einer Querstange verband. Abgedeckt werden sie mit handelsüblicher
Frühbeetfolie.
Die Besonderheit am
ersten Hochbeet ist das innenliegende Igelhaus, das
durch eine Vorkammer vor Katzen gut geschützt ist.
Nun bin ich schon sehr gespannt, wie sich die Pflanzen entwickeln
werden. In einem der kommenden Mitteilungsblätter werden wir Ihnen noch
ein paar Fotos davon zeigen, wie sich alles entwickelt hat.
Katja Hacker


