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update: 06.04.2020

Natürlich gärtnern - mit Terra preta

Schwarzenbruck: Gesundes aus dem eigenen Garten präsentierte Norbert Schmäling im Februar beim Vortrag über die schwarze "Wundererde".

Norbert Schmäling ist ein Mann der Tat. Bei ihm merkt man, dass er die Theorie des naturnahen Gärtnerns sehr wohl beherrscht, aber zudem sehr vielfältige, erstaunliche Praxis-Erfahrungen zum Vortrag mitbringt.

Sogar zum Anfassen! In einem großen Weidenkorb gibt es Rettich, Zwiebeln, Kartoffeln, und viele andere gesunde Gemüse.
Gesund, weil naturnah erzeugt, ohne Pestizide, ohne Kunstdünger.

gesundes_GemueseAus dem Garten des Referenten frisch gesammelt, und das im Winter!

Gesunde, widerstandsfähige Pflanzen aus einem gesunden Boden, der die Feuchtigkeit hält, der Nährstoffe gut speichert, der guten Humus bildet.

Gerade in unseren Zeiten, da die Weltbevölkerung kontinuierlich wächst und der Klimawandel die Böden zusätzlich durch Dürren oder Überschwemmungen auslaugt, muss es unser aller Ziel sein, insbesondere für nährstoffreiche Lebensmittel, die Böden wieder resilienter zu machen. „Auch um das über die letzten 150 Jahre freigesetzte CO2 wieder teilweise aus der Atmosphäre zu bekommen, ist das ganz wichtig!“, so Herr Schmähling in seinen Ausführungen zur menschengemachten Erderwärmung.

Das naturnahe Gärtnern „Oder besser: Klima-Gärtnern oder klimagerechtes Gärtnern“ verwendet die drei Grundprinzipen:

  • Kompostieren - möglichst viel und an mehreren Stellen im Garten
  • Mulchen, damit der Boden immer bedeckt ist, eine Zuflucht für viele Nützlinge ist, vor Wind und Wetter geschützt bleibt und der Wasserhaushalt ausgeglichen ist
  • Auf keinen Fall umgraben! Das zerstört die empfindliche Schichtung der Mikroorganismen!“ weiß der Referent als drittes Prinzip. Das Wasser versickert beim Umgraben auch viel schneller. Das ist gerade auf unseren Sandböden kontraproduktiv.
Die kompostierte Erde kann man mit der Zugabe von Pflanzenkohle zur sogenannten „Terra Preta“, oder auch „Terra Preta do Indio“ noch weiter verbessern.

Woher kommt Terra preta?

Im 16. Jahrhundert berichtete der spanische Konquistador Francisco de Orellana von großen Städten und Millionen von Menschen im Amazonasgebiet, mit einer unglaublichen Produktivität an Lebensmitteln, eigentlich unmöglich bei der dortigen eisenhaltigen Bodenbeschaffenheit. Der „Spinner“ von damals geriet in Vergessenheit, die Forschung bestätigte das aber erst Ende des 20. Jahrhunderts mit der Entdeckung der „Terra Preta“.
Die Analyse des Bodens ergab eine Mischung aus Holz- und Pflanzenkohle, menschlichen Fäkalien, Dung und Kompost, durchsetzt mit Tonscherben und gelegentlich auch Knochen sowie Fischgräten. Bei den Bewohnern wurden die organischen Abfälle verbrannt, in Erdlöchern unter weitgehendem Luftabschluss.
Die sehr offenporige Pflanzenkohle saugt Wasser und Nährstoffe aus der Komposterde und bildet einen idealen Lebensraum für Kleinstlebewesen, die für die weitere Humusbildung ganz wichtig sind.

Wie erzeugt man heute Terra preta?

Heutzutage gibt es dafür konstruierte sogenannte Kon-tiki-Öfen.

Bei ihm werde mindestens zweimal im Jahr der Pyrolyse-Ofen geschürt, so Schmäling. Der verwendete Baum-, Hecken- und Sträucherschnitt muss sehr trocken sein, damit er in den Grill darf. Wenn die Pflanzenkohle so weit ist, wird sie nochmal zerkleinert. Danach wird alles mit Kompost, Rasenschnitt (auch von seinen Nachbarn) immer wieder vermischt und kompostiert. Erst nach einiger Zeit wird die „Terra Preta“ dann auf die zu verbessernde Gartenfläche verteilt. Den Rest machen dann die Regenwürmer und Kleinstlebewesen.

Die dem erstaunten Publikum im bis auf den letzten Platz besetzten Gemeindesaal präsentierten Gemüse konnten auch probiert werden. Die „Tester“ waren sich einig, dass man schon lange nicht mehr so wohlschmeckendes Gemüse geschmeckt hatte.
Die interessierten Fragen aus der Zuhörerschaft beantwortete Herr Schmäling sehr geduldig, das Thema scheint doch einen Nerv getroffen zu haben. Nach dem Austausch vieler Tipps und der Übergabe eines Präsentkorbes der Gemeinde Schwarzenbruck ging man bereichert nach Hause.

Bioaktive Pflanzenkohle für Terra preta selber machen!

Die Agenda21 hat im letzten Sommer dazu zusammen mit Norbert Schmäling eine Test-Produktion einem speziellen Pflanzenkohle-Ofen gemacht und mittlerweile auch einen Ofen angeschafft.

Wir werden dazu eine Vorführung auf dem Plärrer machen.
Leider kann nicht in diesem April  -  ein neuer Termin wird bekannt gegeben, sobald es geht.

Ich freue mich auf unser Treffen.

Stafan Peipp