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update: 24.6.2017

Frei von Strompreis-Sorgen

WdS17Zur Woche der Sonne hat die Agenda21 mit mehreren Referenten über die Energiewende diskutiert. Unter anderem berichtete Herbert Rupp, wie er seinen Betrieb nahezu energieautark gemacht habe, und Willi Harhammer sprach vor rund
60 Zuhörern im katholischen Gemeindehaus zum Thema
"Bau dir dein eigenes Kraftwerk"
.

Hr. RuppEin besonders schönes Beispiel für das Zusam- menspiel Photovoltaik, Speicher und Wärme- pumpe stellte Herbert Rupp, Inhaber der Schwar- zenbrucker Firma Rupp Industrieerzeugnisse, vor. Er habe seinen Betrieb nahezu unabhängig von Strom gemacht und durch den Einsatz einer Wärme- pumpe auch noch den Großteil seines Ölverbrauchs für die Heizung ersetzt. Die Anlage habe sich nach ca. 6,5 Jahren abgezahlt, könne aber danach noch mindestens 15 Jahre laufen, frei von Strom- und Ölpreis-Sorgen.
Viele Mittelständler könnten diesem Beispiel folgen und ihre Energiekosten so endlich kalkulierbar machen. Die meisten Gewerbebetriebe sind tagsüber geöffnet (bei Sonneneinstrahlung), und sehr oft steht noch ein Flachdach zur Verfügung, auf denen die Module in Ost-West-Ausrichtung aufgeständert werden können. 

Erste Plus-Energie-Kirche
Agenda-Sprecher Stefan Peipp verwies in einer kurzen Ansprache auf die Verpflichtungen Deutschlands im Pariser Klimaabkommen, bis zum Jahr 2050 frei von fossiler Verbrennung zu sein, was am besten auf lokaler Ebene gelingt. Bürgermeister Bernd Ernstberger stellte bei dieser Gelegenheit kurz die Solaranlage auf der Schule vor, die mit ihrer Ost-West-Ausrichtung in der Stromerzeugung perfekt zum Sonnenlauf und dem Verbrauchsverhalten von Lehrern und Schülern passe und der Gemeinde einiges an Stromkosten einspare.Kirche 
Als Vertreter der katholischen Gemeinde brachte Diplom-Ingenieur Klaus Mühlen dem Publikum die Funktionsweise von wasser- führenden Hybridmodulen (PV und Solarthermie in einem Modul) in Verbindung mit einer Wärmepumpe näher. Die gleiche Dachfläche wird somit für zwei Systeme genutzt. Die Schwarzenbrucker Kirche ist die erste Plus-Energie-Kirche im Bistum Eichstätt: Sie erzeugt also mehr Energie, als sie verbraucht. Die beiden Anlagen auf Schule und Kirchendach kommen derzeit ohne Speicher aus, da auch der Verbrauch der Kirche (Strom und Wärme) größtenteils in die Sonnenstunden fällt und sich die zusätzliche Investition zum Projektierungszeitraum noch nicht rechnete. 

Schatten kein Problem mehr?
„Ich habe Ihnen etwas mitgebracht: einen Kochtopf. Darin „kochen“ wir uns jetzt ein Hauskraftwerk! Welche Zutaten brauchen wir?“, fragte Willi Harhammer, Geschäftsführer der Fa. Ikratos. Harhammer präsentierte die Komponenten und packte sehr anschaulich nacheinander ein PV-Modul, einen Wechselrichter, einen Speicher, Verkabelung, eine Wärmepumpe und einen Leistungsoptimierer in den Topf. Diese Leistungsoptimierer sind eine Neuerung und erlauben es durch geeignete Schaltung, jedes Modul einzeln zu überwachen, dessen Leistung auszuwerten und bei Bedarf, das Modul vom in Reihe geschalteten Modulstring abzukoppeln. Bisher lieferte die ganze Modulkette keinen Strom, wenn ein Kettenglied verschattet war. Somit können die Kunden jetzt auch bei Häusern mit viel Schattenwurf durch Bäume, Kamine, Erker, usw. eine sehr viel größere Dachfläche nutzen, ohne Leistungseinbußen befürchten zu müssen.
Bei den Photovoltaik-Modulen empfahl der Experte, nicht nur auf den Preis zu sehen, sondern auch auf Herstellergarantie, Service und größere Effizienz auf gleicher Fläche zu achten. Bei einer Laufzeit von mehr als 20 Jahren rechne sich ein kleiner Preisunterschied zwischen Mittelmaß- und Premium-System sehr bald. Bei den Speichern geht der Trend zu größeren Einheiten, der Lithium-Ion Akku mit einem Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent setzte sich durch. Bei Speicherpreisen erwartet Willi Harhammer weitere Kostendegression.
Bei der Wärmepumpe wird ein Wärmeträger (Wasser oder Luft) in einem Verdichter komprimiert, wird dadurch wärmer und kann als Heizenergie an einen Pufferspeicher abgegeben werden. Hieraus bedient sich dann die Heizung. Diese Anlagen sind in den letzten Jahren auch viel besser geworden. Luft-Wärmepumpen arbeiten mittlerweile sehr leise. Deren Standort sollte aber trotzdem genau geplant werden.
Bei verfügbaren größeren Dachflächen kann auch optional ein Elektroauto (Verbrauch >15 kWh auf 100 Kilometer) in das System mit eingebunden werden.
Stand der Technik ist natürlich, dass jede dieser Komponenten am heimischen PC oder am Smartphone jederzeit auf Funktionalität und Effizienz überwacht werden kann. Zudem wird jeder Verbraucher mitprotokolliert. Es macht Sinn, sein Verhalten zu reflektieren und die Nutzung mancher elektrischen Verbraucher wie Waschmaschine, Spülmaschine, usw. in die Mittagszeit zu verlagern.

Die vielen Fragen der Zuhörer zeugten vom großen Interesse am Thema Eigenversorgung bei Strom und Wärme.
Vor dem Gemeindehaus präsentierte Familie Schiel ihr Elektroauto (Nissan Leaf mit echten 200 km Reichweite), das seinen Strom vom eigenen Dach bekommt, Herrn Harhammers Tesla-S konnte betrachtet werden und mehrere E-Bikes luden zum Ausprobieren ein.
Bei Kaffee und leckerem Kuchen klang die gelungene Veranstaltung mit vielen interessanten Gesprächen aus.

nach Stefan Peipp und "Der Bote"