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update: 24.01.2019

Mein Elektro-Smart im Alltagsbetrieb

E-AutoBei den "Ersten Er-Fahrungen" habe ich die Leser auf meine erste Fahrt im September 2018 mit meinem kleinen Elektro-Smart mitgenommen.

Doch wie ging’s weiter?

Mittlerweile stehen fast 5.000 Kilometer mehr auf dem Tacho. Für die 3 Monate, die ich ihn habe, ist das schon ein recht beträchtlicher Anteil meiner Jahresfahrleistung von etwa 20.000 Kilometer. Wartungsaufwand: Überprüfen des Reifendrucks und der Nachfüllen der Scheibenwaschanlage, sonst nichts! Zudem wird die Bremse sehr geschont, mein Smartie hat 3 Rekuperations-Stufen (=Rekuperation: Motor im Generatorbetrieb: Wie beim Fahrraddynamo wird aus der Antriebsenergie Strom erzeugt und in den Akku gespeist): Keine Rekuperation, das Auto „segelt“ wie im Leerlauf, normale: Fahrzeug bremst merklich und eine höhere: Das Auto bremst stark. Das führt zu deutlich weniger Bremspedaleinsatz.

Aufgeladen wird das Auto an der heimischen Schukosteckdose (Die Installation einer Wallbox in der Garage habe ich bis dato noch gescheut) mit Ökostrom der Gemeindewerke Schwarzenbruck in 7 Stunden oder an öffentlichen Ladesäulen des Ladeverbund+, die ausschließlich mit Ökostrom betrieben werden in einer Stunde. Mit der EinfachStrom-Karte der maingau Energie werden bisher konkurrenzlose 4 Cent pro Minute abgerechnet, das heißt beim Smart etwa 3,20 € bis 4 € auf 100 Kilometer. Leider erhöht die Maingau ab Februar die Preise auf 25 Cent/kWh, das heißt etwa 5 € pro 100 Kilometer.
Gut für die Fahrzeuge, die nicht so schnell Wechselstrom laden können wie meiner. Damit ist der Tarif aber immer noch fast halb so teuer gegenüber einem Diesel mit 6l im Verbrauch auf 100 Kilometer, der etwa 9 bis 10 € kostet. Seit Dezember gibt es einen neuen Anbieter: den Telekom-Lade- strom. Für einen Einführungszeitraum bis März gelten 2 Cent pro Minute, danach 4 Cent pro Minute. Ich habe sie mir gleich unter https://www.telekom-ladestrom.de bestellt. Die Ladekarte funktioniert an allen Stationen des Ladeverbund+, zu denen auch die der Gemeindewerke Schwarzenbruck und Feucht gehören. Derzeit also 1,20 € auf 100 Kilometer. Zu Hause Laden ist teurer. Eine App für IPhone und Android gibt es auch.

Bis Ende Februar gibt es noch einen Tarif der EnBW (Energie Baden- Württemberg), der pro Ladevorgang AC einen Euro und für Gleichstrom- schnellladung 2 € berechnet. Danach muss man sehen.

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"Lebensmittel-Laden" bei Aldi Süd in der Zollhausstraße in Nürnberg

Die Reichweite ist im Winter etwas geschrumpft auf 75-90 Kilometer, was für meine Pendlerstrecke aber immer noch ausreichend ist. Grund ist natürlich der erhöhte Heizbedarf im Winter für die Insassen, aber auch für den Akku, der sich, wie wir alle, im Bereich von 20-30 Grad am Wohlsten fühlt. Unschlagbar ist aber die Möglichkeit, solange das Fahrzeug noch am Strom hängt, elektrisch vorzuheizen. Man stellt eine geplante Abfahrtszeit ein und steigt dann in der Früh in ein wohlig warmes Fahrzeug. Auch der Akku wird damit sehr geschont. Die Scheiben sind natürlich eisfrei. Dann fährt man mit einem Lächeln los, vorbei an vielen Nachbarn, die jetzt bestimmt noch 5 Minuten in der Kälte Eis kratzen müssen. Das ist bei fast allen Elektroautos so, einige haben auch die Möglichkeit, dies statt im Auto aus einer Smartphone-App heraus zu machen.

Mit dem Elektroauto ist man sehr flott unterwegs. Selbst mein kleines „Rutscherl“ kann mit Automatik-Kickdown - kurzfristig sind dann 75 PS abrufbar statt der normalen 55 PS - zügig den einen oder anderen Lastwagen überholen. Das kleine Auto ist allerdings bei 125 km/h abgeregelt. Flotte Ampelstarts und Überholvorgänge gehen allerdings auf den Verbrauch, der bei mir bei etwa 18 kWh auf 100 Kilometer liegt. Neuere Elektroautos wie der z.B. Hyundai Ioniq sind da schon deutlich effizienter (bei 13 bis 14 kWh bei moderater Fahrweise).


Wir müssen reden! Gesprächsbedarf bei Themen zur Elektromobilität


zum Beispiel zur Akku-Leistung und -Lebensdauer:

Wie begegnet man solchen Ansichten?
„Mein Handy mit Lithium-Ionen (Li-Ion) Akku ist spätestens nach vier Jahren platt. Wenn ich nach 4 Jahren das Auto wegschmeißen muss oder eine überteuerte Batterie kaufen muss, dann ist das nichts für mich!“

In der Tat ist der Akku (derzeit) das bei Weitem teuerste Bauteil im Elektro- auto. Es macht etwa 40 % der Wertschöpfung aus. Ein typischer Li-Ion-Akku beim E-Auto ist aber nicht vergleichbar mit einem Handy-Akku. Die Hersteller geben derzeit Garantien für 8 – 10 Jahre oder 100.000 bis 160.000 Kilometer mit 500 bis 1000 Ladezyklen. Ein Ladezyklus ist einmal komplett leer und einmal komplett voll. Die Autos können aber deutlich öfters geladen werden, da man selten das Auto ganz leer macht oder ganz volllädt.

Ein oft überladener Akku altert schneller. Daher werden von den Herstellern meist nur 90 % des Akkus freigegeben. Der Puffer von 10 % ist der Schutz vor Überlastung. Smartphones haben keine Puffer. Leider ist die Angabe der Hersteller bei den Akkugrößen unterschiedlich. Viele, auch deutsche Hersteller, verwenden die Bruttokapazität, dagegen geben z.B. Tesla, Hyundai, Kia nur die nutzbare Kapazität an, was deutlich transparenter ist. Bei jedem neuen Modell muss man also erst recherchieren.

Der Akku fühlt sich, wie der Mensch auch, bei angenehmen 15 – 30 Grad am Wohlsten. Klirrende Kälte oder ein durch schnelle Fahrt oder das Aufladen erhitzter Akku geht auf die Akku-Leistung und Lebensdauer. Die Zellen des Akkus sind in Reihe geschaltet, d.h. die Gesamtkapazität ist von der Gesundheit der kleinsten Restspannung einer Zelle abhängig. Das Batterie- managementsystem (BMS, hat ein Smartphone nicht) ist dabei ein zentraler Baustein. Das BMS misst u.a. immer die Akkutemperatur und die Spannung jeder Zelle und greift dementsprechend ein. Es versucht beim sogenannten Ausbalancieren die größte Spannung aus den Zellen zu holen bzw. zu „reparieren“. Bei Kälte wird dem Akku selbst oder, beim Aufladen an der Steckdose, dem öffentlichen Netz Strom entnommen und damit die Batterie vorgeheizt. Bei Hitze werden je nach Modell Lüfter oder Wasser-Kühlkreislauf der Batterie angesteuert (Thermal-Management). Wenn das Auto an der Ladestation ist, wird zusätzlich bei großer Hitze die Ladeleistung (=aufgenommener Strom pro Zeiteinheit) reduziert. Bei Fahrzeugen ohne Thermalmanagement steht man dann deutlich länger beim Laden.

Bei Fahrzeugen mit Thermalmanagement kann eine deutlich höhere Laufleistung erreicht werden. Ein Berliner Taxiunternehmen besitzt z.B. einen Tesla Model-S mit über 600.000 Kilometern, der immer noch 85 % der Ausgangsleistung hat (Auch ein konventionelles Fahrzeug hat nach 600.000 Kilometer vielleicht noch 80 % der Ausgangsreichweite, bzw. verbraucht sicher 20 % mehr).
Leider gibt es noch keine Langzeitstudien, da die bestehende Technik erst seit etwa 2011 in Großserie verbaut ist (im Baugleich-Dreigestirn Citroen C-Zero, Peugeot Ion, Mitsubishi I-MiEV, die es übrigens immer noch neu zu kaufen gibt für den kleinen Geldbeutel als Zweitwagen).

Sollte das einem Leser nicht vertrauenswürdig genug sein, kann er bei einigen Herstellern auch das Auto ohne Akku kaufen und die Batterie dazu mieten. Je nach Anbieter und Fahrleistung sind das zwischen 60 und 120 € monatlich). Die Hersteller garantieren die Mobilität und den Austausch der Batterie bei einer Degradation (=Verminderung der der Akkuleistung) auf 70-80 %.

  

Fazit: 
Mit dem Smartphone-Akku ist ein E-Auto-Akku nicht zu vergleichen. Niemand muss Angst wegen degradierter Akkus haben. Der Akku ist heutzutage fast so lange wie das Auto nutzbar.

In naher Zukunft gibt es dann auch flächendeckend Rücknahmesysteme für Akkus, die danach als Hausstromspeicher nochmal eine Lebensdauer von mindestens 15 Jahren haben. Danach werden sie beim Hersteller recycelt werden.

Mitwirkung erwünscht
Die Elektromobilität wird sich durchsetzen, denke ich. Deshalb sollte man sich damit auseinandersetzen.

Welche Fragen brennen Ihnen diesbezüglich so auf den Nägeln? Was wollten Sie schon immer mal wissen? Geben Sie sich einen Ruck und schicken Sie mir eine Mail an:

agenda21-schwarzenbruck@t-online
Betreff: Fragen zum E-Auto

Ich werde versuchen, die Themen umgehend zu beantworten.

Und nicht vergessen:
Wenn es irgendeine Möglichkeit gibt im Autohaus oder bei Freunden und Bekannten
Machen Sie eine Probefahrt! Unbedingt! Es ist fantastisch!

Mit sonnigen Grüßen
Ihr Stefan Peipp, Sprecher Agenda21